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Paradox: Auf Chemnitzer Tanzveranstaltungen herrscht jetzt Tanzverbot

Am 15. Mai staunten circa 1000 junge Chemnitzerinnen und Chemnitzer nicht schlecht als sie ins FORUM zur beliebten Tanzveranstaltung “Starfever” kamen, die dort seit den 90er Jahren regelmäßig stattfindet. Anstatt einer Eintrittskarte bekamen sie einen Zettel, wo sich der Gastgeber (ETM FORUM GmbH) entschuldigte, dass die Veranstaltung ausfällt, weil der Vermieter, das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB), durch einen Eilantrag am Vorabend ein gerichtliches Verbot der Veranstaltung erwirkt hatte. Gegen Zuwiderhandlung wurde ein Ordnungsgeld von bis zu 500.000 Euro angedroht.

Als Grund nannte das Landgericht Sicherheitsbedenken und dass solche Tanzveranstaltungen im Forum vom Chemnitzer Baugenehmigungsamt nie rechtskräftig genehmigt worden sind bzw. überhaupt beantragt wurden, wie auch die Stadtverwaltung erklärte. Da stellt sich nun die Frage, warum die SIB erst jetzt so einen Antrag stellt, da die ganzen Jahre zuvor solche Partys ohne Probleme verlaufen sind. Die ETM hatte sogar in den letzten beiden Jahren auf Drängen der Feuerwehr und des SIB umfangreiche Baummaßnahmen im Wert von 250.000 Euro durchführen lassen, um Sicherheitsmängel zu beseitigen.

Der Geschäftsführer der ETM sieht einen anderen Grund für dieses Vorgehen. Die SIB kann ihre Planvorstellungen von einem Abriss des Forums und einen Neubau eines Bürohauses - was die Stadt sicherlich nicht braucht - durch den bestehenden Pachtvertrag, der noch bis 2013 gültig ist, nicht realisieren und versucht so die ETM zur Aufgabe zu drängen. Für den Abend beziffert die Veranstalterfirma die Verluste auf 15.000 Euro, was aber sicherlich noch mehr werden wird, da das Tanzverbot bis zum 30. September gilt.

Der große Verlierer ist aber wieder mal die Chemnitzer Jugend, denen eine beliebte Veranstaltung vermiest wurde. Die Verwaltung täte gut daran solche Entscheidungen vorher gründlich zu überdenken, da auch immer wieder davon geredet wird die Innenstadt aufzuwerten und zu beleben. Solche Aktionen bewirken aber genau das Gegenteil und junge Menschen haben wieder einen Grund mehr der Stadt den Rücken zuzukehren.

Stadträtin Sabine Pester
Familien- u. Europapolitische Sprecherin

 

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